klybeckplus – Ein Stadtquartier entsteht

FAQ

1. Worum geht es im Projekt klybeckplus?

Im Projekt klybeckplus sollen die einstigen Industrieareale im Basler Klybeckquartier, die jahrzehntelang geschlossene Produktions- und Arbeitsorte waren mit neuem Leben erfüllt werden. Es geht dabei um eine Fläche von 300’000 Quadratmetern, die im Norden der Stadt wie ein Riegel zwischen Rhein und Wiese liegt und die benachbarten Quartiere Klybeck (Nord), Kleinhüningen, Horburg und Matthäus trennt. Diese Barrieren sollen aufgehoben werden. Zwischen Rhein und Wiese und zwischen den im Norden und im Süden liegenden Stadtteilen werden neue Verbindungen entstehen - mit einem zentralen Platz.

Schritt für Schritt wird ein lebendiges, vielfältiges, durchmischtes und vernetztes Stadtquartier entstehen, das für bis zu 10’000 Menschen Raum für Wohnen, Arbeit, Freizeit und Kultur bietet, ergänzt mit öffentlichen Grün- und Freiräumen, öffentlichen Einrichtungen und mit den nötigen Verkehrsverbindungen sowie ergänzenden Angeboten des öffentlichen Nahverkehrs. Lebensqualität entsteht durch unterschiedliche Nutzungen und ein verdichtetes Wohnraumangebot für verschiedene Ansprüche und Möglichkeiten. Das Entwicklungsareal wird mit dem restlichen Klybeckquartier zu einem zukunftsweisenden und nachhaltigen Stadtquartier verschmelzen. Es kombiniert moderne Architektur mit den industriellen baulichen Wurzeln. In den Planungsprozess ist die Öffentlichkeit mittels Beteiligung von Anfang an als Gesprächspartnerin und Impulsgeberin einbezogen.

Die Planungspartner Rhystadt AG, Swiss Life und der Kanton Basel-Stadt nutzen die einmalige Chance, auf Basis der bereits bestehenden Stadtstruktur unter Bewahren von Identität und Atmosphäre, die gerade in Neubaugebieten oftmals fehlen, ein städtebauliches Gesamtkonzept zu entwerfen.

2. Wer steht hinter dem Projekt?

Die Arealteile sind im Besitz von SWISS LIFE und RHYSTADT AG (vormals Central Real Estate Basel AG), welche sie von den ehemaligen Eigentümerinnen BASF und Novartis übernommen haben. Gemeinsam mit dem Kanton Basel-Stadt entwickeln sie das frühere Industrieareal zu einem Stadtquartier. 

3. An welchem Punkt steht die Planung?

In der ersten Vereinbarung der Planungspartner von 2016 wurden auch die verschiedenen Projektphasen vereinbart. Diese Grobplanung gilt auch heute noch: Es gibt insgesamt sechs Projektphasen und im Augenblick befindet sich das Projekt «klybeckplus» in der Projektphase 2.

In der 1. Projektphase fanden Testplanungen und Zukunftsszenarien mit vier Architekturbüros und immer wieder Beteiligungsverfahren mit Anwohnerinnen und Anwohnern und interessierten Bürgerinnen und Bürgern statt. Es gab Arealtouren, Begehungen und öffentliche Dialoge. Alles wurde dann in einem «Synthesebericht» zusammengestellt und diente als Grundlage für die Arbeiten in der Phase 2. In dieser Phase ist viel Innenarbeit gefragt. Es laufen so genannte Vertiefungsstudien zu ganz verschiedenen Themen von unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten bis hin zu Altlasten. Im September wurde eine gemeinsame Vision der Planungspartner öffentlich vorgestellt. Diese Vision «klybeckplus – ein Mehrwert für Basel» soll Orientierung für die langfristige Entwicklung geben.

Im Augenblick dreht sich vieles um das so genannte «Städtebauliche Leitbild» und um die Vorbereitungen zum «Städtebaulichen Vertrag», den die Rhystadt AG und die Swiss Life am Ende mit dem Kanton abschliessen. Das städtebauliche Leitbild soll bis Sommer 2021 vorliegen und der Abschluss des städtebaulichen Vertrags ist spätestens ein Jahr später geplant. Ab der Phase 3 geht es dann um konkrete Bebauungspläne und erste Umsetzungen.

4. Wie wird das Quartier aussehen, wer wird dort wohnen?

An die Stelle der industriellen Produktion treten neuer Wohnraum, öffentliche Einrichtungen, Freizeitflächen und Kulturangebote sowie Flächen für Wirtschaft und Gewerbe. Das Areal wird durchlässig und erhält öffentlich nutzbare Flächen. Zwischen Rhein und Wiese und zwischen den im Norden und im Süden liegenden Stadtteilen entstehen neue Verbindungen. Das Stadtquartier soll durchmischt, vielfältig und lebendig sein. Lebensqualität entsteht durch unterschiedliche Nutzungen und ein Wohnraumangebot für unterschiedliche Ansprüche und Möglichkeiten. Das Quartier soll eine eigene Identität entwickeln und wird mit den Nachbarquartieren Kleinhüningen, Klybeck (Nord), Horburg und Matthäus verflochten sein.

5. Wie kann sich die Bevölkerung in die Entwicklung einbringen?

Das Recht auf Anhörung ist in §55 der Kantonsverfassung grundsätzlich festgelegt. Die proaktive Beteiligung ist in der Planungsvereinbarung festgeschrieben und wird von den Planungspartnern sehr ernst genommen. In der Planungsphase 1 fanden drei Beteiligungsveranstaltungen, mehrere Führungen und eine Informationsveranstaltung statt. Jede und jeder Interessierte hatte die Möglichkeit, daran teilzunehmen. In der Planungsphase 2 waren Experten und lokale Vertreterinnen und Vertreter aus unterschiedlichsten Bereichen in die Entwicklung der Vision eingebunden. Wie in den bisherigen Planungsschritten wird die Bevölkerung auch in Planungsphase 2 eingebunden. Vor Abschluss der Leitbildentwicklung sind öffentliche Massnahmen vorgesehen wie eine Informationsveranstaltung und weitere Beteiligungsveranstaltungen. Die kommenden Formen der Beteiligung werden im Rahmen des weiteren Planungsprozesses festgelegt. Die Beteiligung bringt wertvolle Grundlagen, Ideen und Entscheidungshilfen.

6. Welche Möglichkeiten zur Zwischennutzung bestehen?

Das Areal «klybeckplus» ist aktuell mehrheitlich geschlossen und kann nicht betreten werden. Dafür gibt es natürlich eine ganze Menge an rechtlichen und vertraglichen Gründen, aber vor allem ist es momentan so, dass viele Arealteile noch vermietet sind und von verschiedenen Mieterinnen und Mietern vor allem gewerblich genutzt werden. Bevor die einzelnen Areale entwickelt und in einigen Jahren anders genutzt werden, gibt es für die nicht mehr genutzten Arealteile, Flächen oder Gebäuden bis dahin – also für die Zwischenzeit – sowohl Überlegungen zur weiteren «Zwischennutzung» als auch zur Nutzung im Rahmen von «Initialprojekten».

Unter dem Begriff Zwischennutzung werden alle gewerblichen Nutzungen auf dem Areal bezeichnet, die entweder noch bestehen oder für einen definierten Zeitraum neu vergeben werden, bis es zu einer endgültigen Nutzung im Rahmen der Arealentwicklung kommt. Das sind im Wesentlichen bezahlte Vermietungen von Flächen, Gebäuden oder Räumen. Die Grundeigentümerinnen Rhystadt AG und Swiss Life bieten für Interessierte neue Zwischennutzungsmöglichkeiten an (vgl.: www.klybeck-zwischennutzung.ch).

Bei Initialprojekten sollen die dafür in Frage kommenden Flächen, Gebäude oder Räume nicht gewinnbringend vermietet und zwischengenutzt werden, sondern es geht vor allem darum, das Klybeckareal schrittweise zu öffnen und zu beleben. Gleichzeitig können Experimentierflächen und Experimentierorte für ganz unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten geschaffen und gemeinsam mit verschiedenen Akteurinnen und Akteuren entwickelt werden. Rhystadt AG und Swiss Life analysieren gerade, wo solche Initialprojekte angesiedelt werden können. Eine ganze Menge an Ideen reicht von Flächen für Freizeitaktivitäten bis hin zu Gemeinschafts- und Kommunikationsräumen. Natürlich müssen auch noch die entsprechenden Bewilligungen vom Kanton eingeholt werden. Die Planungspartner gehen davon aus, dass man hier im Frühjahr 2021 schon etwas sehen kann.

7. Besteht ein Zusammenhang zwischen klybeckplus und der Hafen- und Stadtentwicklung Kleinhüningen-Klybeck?

Das Projekt klybeckplus und die Hafen- und Stadtentwicklung Kleinhüningen-Klybeck sind unterschiedlich unterwegs – mit teilweise anderen Akteuren und mit anderen Zeitplänen. Wichtige Fragen werden durch den Kanton koordiniert. Es bietet sich die Chance, übergeordnete Themen (zum Beispiel Tramlinien, Verbindungsachsen, Grün- und Freiräume) in einer Gesamtsicht für Basel Nord zu betrachten und damit Synergien zu schaffen. Dies ist auch Gegenstand des STADTTEILRICHTPLANS ZU DEN QUARTIEREN KLEINHÜNINGEN UND KLYBECK, den der Regierungsrat des Kanton Basel-Stadt ausarbeiten lassen will.

8. Was geschieht mit den Altlasten im Untergrund des Areals?

Das Areal ist gut dokumentiert. Die Belastungen im Untergrund des Areals stellen auf Grund der heutigen fast flächendeckenden Versiegelung des Bodens nachweislich keine Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Die Eigentümerinnen sind sich ihrer besonderen Verantwortung in dieser Frage bei der Entwicklung des Areals bewusst; das Thema geniesst bei ihnen besondere Aufmerksamkeit.